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Rede Neujahrsempfang 2014 - Margit Rosentritt

Alle guten Dinge sind drei, heute spreche ich zum dritten Mal anlässlich des Neujahresempfangs unserer Kreishandwerkerschaft zu Ihnen. Das heißt allerdings nicht, dass ich weniger nervös bin als beim ersten Mal.
Auch 2013 war ein aktives Jahr. Es macht immer wieder Spaß, mit zu gestalten, sich selbst und seine Ideen mit einzubringen aber manchmal ist es auch anstrengend, denn Theorie und Praxis sind nicht immer leicht auf einen Nenner zu bringen.
Natürlich komme ich als Kreishandwerksmeisterin zu Ereignissen und Veranstaltungen, zu denen ich als normal Sterbliche nicht kommen würde.
So war ich bei der Amtseinführung unseres Landrates Herrn Florian Töpper dabei. Und ich bin mir sicher, lieber Florian, auch mit Dir wird im Landkreis das Handwerk weiterhin die Wertschätzung bekommen, die auch Dein Vorgänger Herr Leitherer uns entgegengebracht hat.


Ein Gespräch mit Herrn Grove und Herrn Pratsch von der Lebenshilfe über das Thema Inklusion - und wie weit das im Handwerk möglich ist - hat uns gezeigt, wenn wir nicht pauschal an die Sache gehen, und keine Fälle, sondern den Menschen dahinter sehen, dann findet sich auch für einige junge Menschen mit Behinderung die Möglichkeit im Handwerk Fuß zu fassen. Vielen Dank, Frank Weth für das Vorgespräch und ein Dankeschön an Roland Maul für deine Begleitung und Unterstützung.
Ebenfalls im März waren wir wieder zu Gast bei der Agentur für Arbeit. Es macht Sinn, wenn wir von Herrn Stelzer und seinem Team, was Fördermaßnahmen und Hilfen zur Ausbildung angeht auf dem Laufenden gehalten werden. Bei diesen Gesprächen können eigentlich alle nur gewinnen.
Auch ein Gewinn für uns alle ist das Behörden Gespräch dieses Jahr wieder im Rathaus. Und als Gast dabei, unser Hauptgeschäftsführer Herr Lauer, es ist schön, wenn man sieht, dass die obere Riege der HWK an den Aktivitäten der Kreishandwerkerschaft teilnimmt.
Vielen Dank Ihnen Herr Oberbürgermeister Remele und Ihren berufsmäßigen Stadträten. Dass Sie uns die Möglichkeit geben, uns in einem lockeren Gespräch auszutauschen. Und nochmals vielen Dank für die Handwerkertafeln. Nicht nur das sie gefunden wurden, Sie haben sie auch uns hier für die Kammer bzw. Kreishandwerkerschaft überlassen. Ich denke wir haben einen schönen Platz dafür gefunden. Dankeschön
Etwas Besonderes war unsere politische Veranstaltung mit den Unternehmerfrauen des Handwerks. Sage und schreibe 12 Kandidaten für die Landtags- und Bundestagswahlen waren hier. Damit haben auch wir nicht gerechnet. Auch unser Präsident Herr Neugebauer war dabei. Und auch wenn der Besuch unserer Handwerker nicht ganz so üppig ausgefallen ist, und uns der Moderator zwei Stunden vorher abgesagt hat. So war es eine wirklich interessante Diskussion. Wir werden diese Veranstaltung in diesem Jahr wiederholen, werden uns aber auf den Landtag konzentrieren. Bin gespannt, wie viele Politiker daran Teil nehmen. Meines Erachtens ist es wichtig, das nicht nur die ganz Großen miteinander reden, sondern auch die regionalen Belange zu Wort kommen. Für's nächste Mal verspreche ich auch, dass die Tore länger offenbleiben.
Keine Probleme mit der Öffnungszeit hatten die Ausschussmitglieder des Kreisrates und einige Gemeindebürgermeister, die wir hier in der Handwerkskammer begrüßen durften. Und nach dem mir ein Mitglied des Kreisrates erklärt hat, das er seit 26 Jahren sein Amt verrichtet, aber noch nie so eine Einladung bekommen hat, war es ja wohl an der Zeit. Begleitet und unterstützt wurde ich dabei von Herrn Thomas Planer. Vielen Dank lieber Thomas, denn das war nicht die einzige Mehrarbeit die ich Dir im letzten Jahr aufgebürdet habe und ich bin wirklich froh, dass Du Dein Büro nicht abschließt, wenn du mich kommen hörst.
Eine besondere Veranstaltung war auch das Weißwurstfrühstück der drei Versicherungen die unser Versorgungswerk des Handwerks bilden. Münchner Verein, Signal Iduna und die Inter haben ohne Werbung Themen die für uns selbstständigen Handwerker und unsere Mitarbeiter wichtig sind angesprochen und mit uns diskutiert. Auch hier wird es eine Wiederholung geben, verbunden mit der Hoffnung auf noch mehr interessierte Kollegen.


Fachforen wie "Kind ein oder kein Hindernis", Arbeitskreise wie das Abbi Projekt oder auch der Berufsschulbeirat wurden genauso besucht wie das Unternehmerfrühstück von Herrn Prof. Jennewein aus Magdeburg in Verbindung mit dem Verband der Kolpingshäuser zum Thema "Soziale Betreuung von Auszubildenden die nicht Wohnort nah eine Lehrstelle angenommen haben.
Nicht nur die Veranstaltungen haben sich vermehrt und auch die Grußworte sind häufiger geworden. Mit Auto, Freizeit ,Sport hat es angefangen, hier haben sich mutige Männer getraut, mich zum Thema Auto sprechen zu lassen.
Die Firma Steger hatte 100jähriges Firmenjubiläum, und der Fachverband für Energie und Gebäudetechnik hat in Schweinfurt getagt.
Es ist immer wieder eine Herausforderung für mich, sich mit einem bestimmten Thema zu befassen und dazu die richtigen Worte zu finden.
Der Tag des Handwerks wurde im letzten Jahr mit Lehrkräften begangen, Frau Klose unsere stellv. Schulamtsleiterin ist in die Höhe gegangen, Sie war beim Dachdecker Handschuh, wir hatten auch wieder bei Frau Drescher in der Bäckerei, im Friseurhandwerk und in einem Juweliergeschäft unsere "Praktikanten" verteilt.
Diejenigen, die dabei waren, denen hat es Spaß gemacht.
Es hätten natürlich ein paar mehr sein können.
Viele Veranstaltungen, wie die Präsentation des Handwerks in der Kaserne, Jubiläumsveranstaltungen wie 33Jahre Gbf und 10 Jahre oberes Werrntal reihten sich in den Terminkalender mit ein.
Ein Höhepunkt des Jahres sind unsere Berufsinformationstage. Der Freitag war ausgebucht mit Klassen der Mittelschulen.
Daneben waren Sie Herr Stelzer mit 10 Berufsberatern bei uns und haben sich die Werkstätten angeschaut. Auch hier ist der ständige Dialog sehr wichtig. Von Kammerseite war Herr WETH, Frau Engelhart und Herr Planer dabei.
Am Samstag waren freiwillige Anmeldungen der Schüler möglich. Wir haben dabei gemerkt, dass es ein paar Kommunikationsprobleme zwischen den Schulleitern und den Lehrkräften gibt, aber es gibt immer etwas, das verbesserungswürdig ist. Und wir werden sehen, wie in diesem Jahr unsere Berufsfindungstage gestaltet wird.
Denn wir wissen ja alle, es ist nie etwas Persönliches, es geht immer nur ums Geld.
Es hat mich auch sehr gefreut, dass sich der Herbstball der von der Bäckerinnung, bzw. Von Herrn Edgar Bernhardt organisiert wird, so gut besucht war und sich vielleicht doch langsam zum Handwerkerball entwickelt. Und vielleicht sollten die Einladungen nicht unbedingt an die Obermeister verschickt werden, sondern einmal an deren Partnerinnen. Einen Versuch wäre es ja mal wert.
Anfang Dezember haben wir von der Kreishandwerkerschaft mit Frau Nernosi, zu der Zeit noch di Trocio, ein Lehrlingsseminar ins Leben gerufen. Es geht um Etikette im Handwerk um den Umgang mit Konfliktsituationen und auch ein bisschen darum, unserer Jugend den Stolz weiterzugeben, ein Handwerker zu sein.
Ich freue mich, dass das erste Seminar innerhalb einer Woche ausgebucht war. Auch hier sind für dieses Jahr weitere Seminare für Azubis geplant, aber auch für Gesellen und Meister.
Ich hoffe, es läuft so gut weiter, wie es angefangen hat.
Einen Höhepunkt in 2014 kann ich Ihnen schon ankünden.
Im Juli diesen Jahres wird die Kreishandwerkerschaft 60 Jahre alt.
Dazu ist ein Festakt am Samstag den 05.Juli in den Rathausdielen geplant.
Und bevor die Fußballbegeisterten jetzt eine Panik Attacke wegen der Weltmeisterschaft bekommen, ich habe mit meinen Mann den Spielplan durchgesehen und wir sind uns ziemlich sicher, dass Deutschland ins Viertel Finale kommt und somit würden sie dann am 04. Juli gegen, - wahrscheinlich Russland spielen. Wir könnten also dann in freudiger Erwartung auf das Endspiel unser Jubiläum begehen.
Was bringt uns 2014? Wie geht es weiter? Das Wissen wir alle nicht.
Wir werden weiterhin alles dafür tun, unsere Nachwuchssorgen und unseren Fachkräftemangel zu mildern, dazu brauchen wir allerdings auch unsere Politiker.
Die Diskussion, ob Deutschland ein oder kein Einwanderungsland ist, ist eigentlich unnötig. Fakt ist, das in 15 bis 20 Jahren ca. 3 Millionen Menschen weniger der Arbeitswelt zur Verfügung stehen und wir ca. Genauso viele Versorgungsfälle haben werden, die es verdient haben eine gute Pflege zu bekommen. Die Folgen dieser Entwicklung auf unser System und unsere Gesellschaft werden immens sein. Wie weit wir den Wohlstand den wir alle gewöhnt sind, dann noch halten können ist fraglich. Deshalb sollte es meines Erachtens eines der dringendsten Themen der Zukunftsplanung sein, gut ausgebildete oder Ausbildungswillige nach Deutschland zu holen.
Natürlich müssen die Rahmenbedingungen der Sprachkenntnisse, Versorgung und Betreuung geregelt sein, was verstärkt für Auszubildende aus anderen Ländern gilt.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist der Meisterbonus. Jeder der nach dem 30.08.2013 seine Meisterprüfung oder auch bestimmte Weiterbildungen in Bayern abgelegt hat bekommt 1000,-- €. Ein kleiner Bonus für das Lehrgeld, das wir ja alle selbst zahlen müssen.
Und wie weit sich Handwerksbetriebe aus den Dörfern zurückziehen hat meines Erachtens nicht so viel mit dem Handwerk zu tun. Wir wissen alle, ein guter Handwerker bekommt seine Kunden aus einem großen Umfeld. Es spricht sich immer herum wenn jemand gute und saubere Arbeit leistet.
Aber jeder Handwerker hat halt auch eine Familie, und für diese müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Kindergärten, Schulen, ärztliche Versorgung und Freizeitangebote. Dann klappt's auch mit dem Handwerker in den Landkreis Gemeinden.
Europäisch notwendig, aber nicht immer nachvollziehbar sind die Qualifizierungsstufen, entstanden aus dem deutschen Qualifizierungsrahmen für lebenslanges Lernen. Es gibt acht Stufen und der Meister ist auf der sechsten Stufe dem Bachelor gleichgesetzt. Man könnte darüber diskutieren, was ein Meister nach seiner Prüfung macht und kann, und im Gegensatz dazu was der Bachelor kann.
Am Ende aber, wird es sich zeigen, dass jeder Handwerksmeister gut daran tut, selbst festzustellen, welche Qualifikationen ein Bewerber mitbringt.
Eigentlich finde ich es persönlich unschön, dass wir solche Qualifizierungsstufen brauchen, zur Erhebung der Wertigkeit, wie es heißt, oder auch zur Anerkennung in der Gesellschaft, wie man mir erklärt hat.
Bei solchen Erklärungen, bleibt mir fasst die Luft weg, die Gesellschaft sind wir.
Wenn wir unsere Jugend wieder dazu bringen, flexibler, ehrgeiziger, eigenständig zu denken und risikobereiter zu werden und auch Verantwortung für sich und die Gesellschaft zu übernehmen dann brauchen wir uns für das Handwerk keine Sorgen zu machen, denn das sind alles Eigenschaften die ein guter Handwerker braucht. Vom Auszubildenden angefangen über den Gesellen bis hin zum Meister.
Und im Übrigen, bei einem Ränking der vertrauenswürdigsten Berufe ist der Handwerker an vierter Stelle, jetzt müssen wir nur noch die Eltern dazu bringen, dass man einen Handwerker nicht nur braucht, sondern dass die Kinder auch einen Handwerksberuf erlernen.
Nachdem ich unsere Politiker schon angesprochen habe, möchte ich noch einen Wunsch äußern, zwar sind Sie nicht maßgeblich daran beteiligt, aber vielleicht können Sie meinen Wunsch weiterleiten.
Es wäre so schön, wenn man uns einfach unsere Arbeit machen lassen würde. Wenn wir nicht ständig für irgendwelche neuen Erhebungen dokumentieren müssten, warum wir- was- wie oft in die Hand nehmen. Einfach unsere Arbeit machen- wäre so schön.
Und eines möchte ich noch an alle Politiker nachschieben, Hände weg von unserer Meisterprüfung. Es kann doch nicht angehen, dass andere Länder sich unsere Meisterprüfung aneignen wollen, was ja ebenfalls für die Duale Ausbildung zählt - und bei uns in Deutschland wird immer alles gut Funktionierende in Frage gestellt.
Die Handwerkskultur ist bei uns gewachsen und sie ist gut so.
Wir sind auch für die Zukunft gut aufgestellt und gerüstet.
Und nun, ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber jeder weiß, ich mache die Arbeit nicht alleine und deshalb möchte ich mich bei unserer Frau Rapp bedanken, liebe Gitte, ich weiß Du hast viel Arbeit mit mir und nimmst mir auch viel ab, deshalb darfst Du mir auch weiterhin die Leviten lesen, wenn Du es für nötig hältst.
Meinem Stellvertreter Jürgen Weth ein großes Dankeschön für die gute Zusammenarbeit und ich hoffe, deine Maria kann uns verzeihen, das es wieder einmal ein paar Termine mehr in diesem Jahr geworden sind.
Und natürlich ein großes Dankeschön an meine Obermeister Kollegin und Kollegen.
Manche amüsieren sich, wenn ich "meine" Obermeister sage, aber das kommt daher, dass wir eine wirklich gute Truppe sind und uns auch wirklich gut verstehen. Und alles was gut ist nehme ich für mich in Anspruch.

Jeder der hier Anwesenden weiß, wie wichtig es ist den Partner zu unterstützen und den Rücken frei zu halten ohne dem wir nie all das leisten könnten, was wir im Ehrenamt machen und deshalb ein riesiges Dankeschön allen Partnerinnen und Partnern die im Hintergrund helfen, stellvertretend für alle möchte ich mich an dieser Stelle einmal bei meinem Mann Jürgen bedanken. " vielen Dank für Deine Unterstützung"
Eigentlich gibt es noch ganz viele die ich nennen müsste, die mit Ihrer Arbeit mitgeholfen haben ein erfolgreiches Jahr zu gestalten, ob beruflich oder ehrenamtlich.
Aber ich hoffe, sie fühlen sich alle mit angesprochen, wenn ich sage wir in Schweinfurt sind eine wirkliche Handwerkerfamilie.
Eine buddhistische Lebensweisheit sagt:
Glück bedeutet nicht, alles zu bekommen was man will.
Sondern die Menschen um sich zu haben die man braucht.

Für 2014 wünsche ich uns allen das Glück,
immer die richtigen Menschen an unserer Seite zu haben.

Gott segne das ehrbare Handwerk.