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Rede Neujahrsempfang 2012 - Margit Rosentritt

Warum willst du Frisörin werden, du bist doch nicht dumm? So hat mich einmal ein Lehrer in meiner Schulzeit gefragt.
Wenn ich keine Frisörin geworden wäre, hätte Herr Wachter - - während ich ihm die Haare geschnitten habe, nicht fragen können, ob ich mir vorstellen könnte, seine Stellvertreterin zu werden.
Die Stellvertreterin unseres Kreishandwerksmeisters zu werden konnte ich mir schon vorstellen, aber weiter habe ich eigentlich nicht gedacht. Na ja wie heißt es? 1. Kommt es anders, 2. Als man denkt.
Du lieber Udo, hast dein erstes Ehrenamt in der Innung für Elektro- und Installationstechnik 1975 angetreten, als Lehrlingswart warst du bis 1982 tätig. Von 1985 bis heute bist du stellv. Obermeister. Von 1993 bis 2002 warst du stellvertretender Kreishandwerksmeister und seit 2002 bist du Kreishandwerksmeister gewesen. Nebenbei warst von 2006 bis 2011 in der Vollversammlung.
Ich komme, wenn ich die Jahre alle zusammenzähle, auf über 50 Jahre Ehrenamt und dabei sind deine Beiratstätigkeiten in den Versicherungen für das Versorgungswerk des Handwerks und Gruppierungen wie Schule/ Wirtschaft oder Energieagentur und vieles mehr gar nicht mitgezählt.
Die Aktionen in deiner Amtszeit, die du mit angeschoben hast, oder auch begonnen hast, kann man nicht alle benennen.
Aber einige sollen an dieser Stelle schon erwähnt werden, denn viele von ihnen werden sich daran erinnern.
Zum einen die Image Kampagne des Handwerks. Mit welcher Hartnäckigkeit du die Obermeister überzeugt hast, mit zu machen. Die Eröffnung fand auf dem Marktplatz statt. Dazu ist das Telefon in der Geschäftsstelle heiß gelaufen.
Dann deine Aktion bei der letzten Ufra, schnell mal in einen Baumarkt zu fahren. dann im Handwerkerzelt etwas zu tapezieren. Die Ufraorganisationen insgesamt waren schon Meisterleistungen mit all den Ständen und Aktionstagen, und dann noch jedem alles Recht zu machen.
Was hier auch immer gebraucht wurde, war deine ruhigen und schlichtenden Worte. Wenn z. B. ein Stand nicht so aufgebaut wurde und nicht alle zufrieden waren, warst du da und hast alles wieder ins Lot gebracht.
Darum – ich gebe es zu – beneide ich dich wirklich. Aber du hast mir versichert – auch das kann man lernen – wir werden ja sehen.
Du hast die Obermeister überzeugt von „Azubi trifft Schüler“
Eine Aktion die der Arbeitskreis Schule / Wirtschaft initiierte und mit deiner Hilfe in die Innungen getragen wurde und laut Herrn Maul, sehr gut angenommen wird.
Und was herauskommt, wenn du in der Handwerkskammer einen Tag der offenen Tür veranstalten möchtest, haben letztes Jahr am 15. Und 16. Oktober alle gesehen. Zwei Tage wurden es, der Berufsfindungs- und Berufsinformationstag.
Beide Tage mit sehr guter Besetzung der Handwerker und einer guten Zusammenarbeit mit Herrn Scheitler von der Agentur für Arbeit, Frau Türk von der Gbf, und ein besonderes Lob an Sie, Herr Planer von der Handwerkskammer. Es hat wirklich Spaß gemacht, dabei mitzuarbeiten.
Udo Wachter, hat mit diesen Tagen ein sehr positives Bild des Handwerks in der Öffentlichkeit gezeigt und man hat wieder einmal gesehen, zu was Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft in Zusammenarbeit fähig sind.
Deine Amtszeit war geprägt von Aktionen die mit Sicherheit noch länger durchgeführt werden.
Am 07. November bist du zum Bedauern aller nicht mehr zur Wahl angetreten. Obwohl du weißt, du wärst wieder einstimmig gewählt worden und ich wäre sehr gerne noch die nächsten 10 Jahre deine Stellvertreterin geblieben.
Aber du hast es anders gewollt. Ein bisschen neidisch bin ich ja auf die Elektro-Innung, denn dort bleibst du ja aktiv dabei.
Wir haben zwar keinen Beratervertrag ausgehandelt, aber du hast mir ja dein Wort gegeben auch weiterhin für uns da zu sein und dafür bin ich dir sehr dankbar.
Du gibst dein Amt in einer Zeit ab, die das Handwerk - an Aufträgen sehr positiv in die Zukunft sehen lassen.
Was unseren Nachwuchs angeht, müssen wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten und viele Vorurteile abbauen.
Dabei gibt es so viele Gründe, im Handwerk zu arbeiten und somit ein zufriedenes und erfülltes Berufsleben zu gestalten.
Wussten Sie, dass 85 % der Handwerksbetriebe ihren Mitarbeitern regelmäßig Fortbildungsangebote machen?
82 % der Betriebe in Deutschland umweltfreundliche Materialien verwenden?
und 67 % aller Handwerksbetriebe sich gesellschaftlich engagieren?
Das sind Zahlen, die doch wirklich überzeugen können. Dazu kommt noch, dass wir nicht mit Kopfzahlen rechnen, sondern immer noch der Mensch im Vordergrund steht.
Wenn wir unsere Jugend und deren Eltern klarmachen können, das Arbeitszeit auch Lebenszeit bedeutet, und diese Arbeit durch Flexibilität und Verantwortung zu Glücksgefühlen führen, die jedem Burn Out entgegenwirken, sollte das doch wirklich überzeugen.
Außerdem wird auch in Zukunft die beste Maschine oder der neueste Computer keinen guten Handwerker ersetzen können. Und bei diesem Fachkräftemangel der im Moment herrscht, wird man uns bald mit Gold aufwiegen.
Womit ich wieder bei Udo Wachter bin. Mit Gold können wir dich leider nicht aufwiegen, aber die Obermeister haben einstimmig beschlossen dich zu unserem Ehrenkreishandwerksmeister zu ernennen. Mir ist es eine große Ehre, dir diese Urkunde überreichen zu dürfen.
Außerdem haben wir dir ein Fotoalbum mit Bildern von dir in deinen Ehrenämtern erstellt. Wir hoffen, dass dir dieses Album viele schöne Erinnerungen schenkt.
Dieses Album liegt noch am Eingang aus und dient für den heutigen Abend auch als Gästebuch. Ich darf sie liebe Gäste bitten, soweit sie es noch nicht getan haben, sich einzutragen.
Und nach dem ihr gerne mit eurem Wohnmobil verreist, wollen wir sicherstellen, dass ihr auch immer wieder heimfindet und deshalb schenken wir Dir ein Navigationsgerät.


Natürlich ist ein Ehrenamt, wenn man es so aktiv ausübt wie Du, nie alleine zu bewältigen, die leidtragenden sind meistens die Partnerin und die Kinder. Du, liebe Brigitte hast mit Sicherheit auf einiges verzichten müssen, aber du hast Udo trotzdem auch immer wieder unterstützt.
Und ich denke, bei euch ist es wie bei vielen hier im Raum, wir werden nicht geliebt, weil wir ein bestimmtes Ehrenamt innehaben, sondern trotz, dass wir diese Tätigkeit ausführen – und dafür danken wir euch.
Als kleines Dankeschön haben wir, weil wir wissen, dass Du Orchideen magst, diese Orchidee für dich.
Wir sind uns aber bewusst, dass du mindestens ein ganzes Orchideenhaus verdient hast.
Dietrich Bonhoeffer sagt: Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann
Danach könnt ihr beide glücklich sein, denn für viele von uns seid ihr Berater, Vorbilder und vor allem Freunde.
Ich wünsche euch beiden und allen Gästen ein gesundes und glückliches 2012 geprägt vom freundschaftlichen Miteinander, verbunden mit der Bitte.
„Gott schütze das ehrbare Handwerk „
Danke