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Neujahrsempfang 2017 - Rede Margit Rosentritt


Wir haben wieder den ersten Mittwoch nach „heilig drei König“ im neuen Jahr. Es ist viertel nach acht, die gleichen Räumlichkeiten und viele bekannte Gesichter. Fast wie bei „Dinner for one“ Und trotzdem ist einiges ganz anders.
Jeder hier, hat im letzten Jahr das eine oder andere erlebt, schönes und weniger schönes, jedenfalls Begebenheiten, die die eigene Lebensphilosophie beeinflussen und Auswirkungen auf die Zukunft haben. Außerdem sind wir alle mindestens 365 Tage schlauer geworden.
Einige Veranstaltungen die wir 2016 hatten, gehören Sicherlich auch dazu, manche Denkweisen ein klein wenig zu verändern.
Angefangen haben wir im letzten Jahr mit der Aktion „Handwerk trifft Schule!“ Auszubildende verschiedenster Berufe gehen in Schulen und stellen ihren Beruf vor. Es wurde schon häufiger in den verschiedensten Schulen gemacht und hat den Vorteil, das Azubis und Schüler die gleiche Sprache sprechen, zumindest fast. Für mich ist es ganz lustig, wenn die jungen Berufstätigen sich über die jetzigen Schüler unterhalten und meistens zu der Meinung kommen, dass sie selbst nie so uninteressiert oder realitätsfremd waren. Diese Aktionen werden von unserem Ausbildungsberater Herrn Roland Maul organisiert. Er schafft mit seiner Begeisterung, dass nicht nur die Schüler von diesem Erfahrungsaustausch etwas haben. Auch die Azubis werden positiv beeinflusst. Sie werden selbstbewusster und sind stolz auf ihren Beruf. Danke Roland, für dein überdurchschnittliches Engagement.


Eine bayernweite Großveranstaltung zum Thema „Duale Ausbildung“ wurde im Februar von der bayerischen Landesregierung ins Leben gerufen. Erst wollte ich sie eigentlich nicht erwähnen, denn das Ziel, Jugendliche eine Möglichkeit zu geben, sich über die verschiedensten Berufe zu informieren, wurde nicht erreicht. Ich möchte mich auch nicht weiter darüber auslassen warum dies nicht der Fall war. Aber darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass die Organisation vor Ort wirklich genial war. Angefangen bei Herrn Schöler mit seiner Mannschaft im Beruflichen Schulzentrum Alfons Goppel. Räumlichkeiten vorzubereiten, die gesamte Logistik und eine gute Bewirtung waren einfach toll. Genauso prima wie die Bereitschaft der verschiedensten Berufsgruppen. Ob Handwerker, Industrie, Dienstleister oder Pflege. Wenn es darauf ankommt, haben wir hier in Schweinfurt Stadt und Land ein richtig gut funktionierendes Miteinander. Und ich weiß, dass dies nicht selbstverständlich ist. Deshalb ein riesengroßes Dankeschön an alle Mitwirkenden.
Auch wenn er heute entschuldigt ist, möchte ich trotzdem jemanden erwähnen, bei dem sich im letzten Jahr einiges verändert hat. Herr Mathias Paul, der zweite Mann des Berufsschulzentrums Alfons Goppel ist jetzt der erste Mann der Dr.-Georg-Schäfer Schule. Ich hoffe, die gute Zusammenarbeit die wir im Berufsschulzentrum begonnen haben wird sich auch weiterhin fortsetzen.


Im Frühjahr dann, hatten wir unser „Speed Dating“ mit den Flüchtlingen. Ich hoffe auch hier konnten wir positiv für die Zukunft beeinflussen. Man hat gesehen, dass es sich nicht um dunkle Gestalten handelt. Sondern viele sympathische und willige junge Leute interessiert sind. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Heller von der IKK classic und Herrn Sowa von der Signal Iduna. Ohne deren Unterstützung wir die Rahmenbedingungen nicht hätten so gestalten können.
Und Sie Herr Stelzer von der Agentur für Arbeit und Herr Montag - Referent für Soziales einschließlich des Jobcenters der Stadt Schweinfurt möchte ich bitten, ihren beiden Teams die dabei waren noch einmal meinen herzlichen Dank auszusprechen. Denn durch ihre Mithilfe und Unterstützung wurden die guten Rahmenbedingungen erst mit Leben gefüllt. Natürlich möchte ich auch Frau Türk von der Gbf und ihre Mitarbeiter nicht unerwähnt lassen. Ihnen allen meinen herzlichen Dank.
Trotz solcher Aktionen, wir waren ja nicht die einzigen, im Herbst haben die Rotarier eine ähnliche Aktion gestartet, bei denen auch viele Handwerkskollegen beteiligt waren hoffe ich, dass es mittlerweile bis zum letzten Politiker durchgedrungen ist. Flüchtlinge werden weder unseren Fachkräftemangel von Heute, Morgen und auch nicht von Übermorgen decken. Man rechnet von der Ankunft bis hin zur selbstständigen, verstehenden und arbeitenden Fachkraft ca. 7 – 10 Jahre. Und dass auch nur, wenn die Person zielstrebig lernt und sich voll miteinbringt.
Und bitte liebe Verantwortlichen – Anerkennungen zu gewähren und Sondergenehmigungen zu erteilen, wenn jemand unsere Sprache nicht versteht, fördern nur die Bildung der nichtgewollten Parallelwelten und somit den Unmut der Einheimischen. Wofür wir dann heuer bei der Wahl vielleicht die Quittung bekommen.
Auch kommt mir immer häufiger von verschiedenen Seiten der Satz zu Ohren: „Das darf man nicht laut oder in der Öffentlichkeit sagen!“ Ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn es in den Menschen brodelt. So etwas kommt irgendwann zur Explosion.
So wie wir alle hier stehen ist fast jeder auf eine Art bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beteiligt und deshalb werden wir uns auch nicht in eine rechte Ecke schieben lassen, wenn wir unsere Bedenken und Meinungen formulieren und laut sagen.
Ich selbst stehe dazu, dass ich keine Friseurin oder Auszubildende mit Kopftuch einstelle. Ich verkaufe Frisuren. Wenn ich Kopftücher verkaufen würde hätte ich kein Problem damit. Und wenn es in einer Bäckerei auf Hochtouren läuft, ist einfach keine Zeit einen Gebetsteppich auszurollen. Glücklicherweise kommen solche Sachen nicht allzu oft vor. Aber es muss uns ohne ausländerfeindlichen Beigeschmack möglich sein, selbst auszuwählen wer in unsere Betriebe passt.
Wir werden weiterhin jeden Menschen der willig ist und sich für das Handwerk entscheidet helfen und unterstützen. Und zwar weil das Eigenschaften sind, die einen guten Handwerker ausmachen.
Ich denke ich spreche für alle meine Kollegen und Kolleginnen, wenn ich sage: „uns ist ein fleißiger Mitarbeiter allemal lieber als ein fauler. Und da ist es uns egal welche Nationalität in seinem Pass steht.
Zurück zu 2016. Einige Termine die wir am Anfang meiner Amtszeit eigeführt oder wiederbelebt haben, sind mittlerweile im Jahresplan fest etabliert.
Unser Behördengespräch war turnusmäßig im Landratsamt. Gut organisiert, angenehme Bewirtung und gute Gespräche. Hoffentlich hat es mir niemand verübelt, dass ich lieber bei meinen Obermeistern sitze anstatt vorne auf dem Präsentierteller.
Es bereitet mir auch Freude, wenn Sie Herr Remele, Ende des letzten Jahres mich darauf ansprechen, das unser Behördengespräch bald fällig sein müsste.
Es zeigt mir doch, dass das Handwerk in Schweinfurt Stadt und Land, also bei unserem Oberbürgermeister und unserem Landrat eine feste Größe ist und man sich nicht nur in Wahljahren an uns erinnert.
Ein weiterer Termin im Jahresplan sind unsere Seminare „Etikette im Handwerk.“ Vielen Dank an Frau Alexandra Nernosi. Im letzten Jahr haben sogar zwei Kurse für Azubis stattgefunden. Manchmal wundere ich mich, wie so viel Elan, Einsatz und Leidenschaft für die Sache in so einen schmalen Körper passt.
Auch die Gespräche mit der Agentur für Arbeit sind immer eine Bereicherung. Und die kurzen Wege sind uns Handwerker lieber als die große Bürokratie.
Apropos Bürokratie und alles was so dazu gehört.
Nicht nur, dass jeder Betrieb sobald er einen halben Mitarbeiter hat, eine Gefährdungsbeurteilung braucht und übrigens bei schwangeren Mitarbeiterinnen eine gesonderte Beurteilung. Müssen wir, um das Ganze richtig zu machen regelmäßig ein Seminar der Berufsgenossenschaft absolvieren. Dazu kommt der regelmäßige erste Hilfe Kurs und jetzt braucht jeder Betrieb auch noch einen Brandschutzhelfer. Die Einzelkämpfer brauchen das alles nicht. Sie haben weder die Kosten noch die Zeit für solche Seminare. Da braucht man sich doch nicht zu Wundern wenn der Trend zum Alleinunterhalter geht. Man könnte jetzt sagen: „Es ist halt so“ oder „das ist der Lauf der Dinge“ Aber leider ist es nicht so, es scheint so gewollt und gesteuert zu sein. Denn warum Einzelunternehmer keinen erste Hilfe Kurs oder jetzt den Brandschutzhelfer nicht machen müssen, entzieht sich meinem Verständnis. Sie arbeiten auch mit Kunden, haben ihre Werkstätten und die gleichen Vorgehensweisen und Materialien wie alle anderen auch. Nur das ein traditioneller Handwerksbetrieb mit Gesellen und Azubis sich seiner gesellschaftlichen Verpflichtung bewusst ist. Und das auch diejenigen sind, die sich in Innungen und Kreishandwerkerschaften engagieren.
Mit unserer „Danke Aktion“ am Tag des Handwerks sind wir wieder bei unserem Jahresrückblick. Es war eine gute Aktion am Marktplatz. Vor allem, weil es immer gut ist sich für etwas zu bedanken, was man manchmal für selbstverständlich hält. In diesem Fall war das Danke für unsere Kunden und für die Treue unserer Mitarbeiter. Für die Preise die es anlässlich der dazugehörigen Verlosung gegeben hat ein Dankeschön an Signal Iduna, der IKK classic und der Firma Mewa.
Neben Schule/Wirtschaft und die Übergabe diverser Urkunden haben wir mit der Präsidentenwahl das Jahr abgeschlossen. Auch hier hat und wird sich das Leben für manchen verändern.
Du lieber Hugo bist heute hier als Ehrenpräsident der Handwerkskammer für Unterfranken. Und nachdem ich am kommenden Freitag – mit deinem Einverständnis – bei deiner Verabschiedung nicht dabei bin, möchte ich hier die Gelegenheit nutzen dir Danke zu sagen. Ein Mensch, der den größten Teil seines Lebens im Ehrenamt tätig war und somit sich für andere eingesetzt hat, ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Aber als kleines Zeichen unserer Anerkennung für die letzten 10 Jahre deiner Tätigkeit als Präsident habe ich etwas für dich. Ein Goldstück für ein Goldstück. Verbunden mit den besten Wünschen für deine Zukunft.
Und unserem neuen Präsidenten Herrn Walter Heußlein, seinen beiden Vizepräsidenten Herrn Michael Bissert und Herrn Dieter Ehrenfeld wünsche ich alles Gute und viel Erfolg. Ein gutes Händchen bei der Führung der Handwerkskammer mit ihren hauptberuflichen und Ehrenamtlichen Mitarbeitern. Dazu den Mut neue Wege einzuschlagen, aber auch den Mut manch Altbewährtes weiter zu führen.
Und jetzt darf ich mich bei meiner Obermeisterin und meinen Obermeisterkollegen für die gute Zusammenarbeit bedanken, eingeschlossen natürlich die Partnerinnen und Partner. Die den Rücken freihalten, Arbeiten übernehmen und manchmal auch den Frust wieder abbauen, der sich ab und zu so ansammelt. Natürlich auch ein großes Dankeschön an euch beide Frau Rapp und Herr Weth.. Bei dir liebe Gitte für deine Schaffenskraft und immerwährendes anspornen und bei dir lieber Jürgen für deine Hilfe, verbunden mit der Bitte deiner Kreishandwerkerschaft treu zu bleiben und als stellv. Kreishandwerksmeister mit uns weitere gemeinsame Aktionen zu organisieren.
Für 2017 werden wir weiterhin unser Bestes geben, uns mit der Bürokratie auseinandersetzen und unser Handwerk hochhalten.
Halt für ein Ereignis in diesem Jahr darf ich schon Werbung machen. Auch wenn wir an der gesamten Organisation noch am Basteln sind.
Am 20. Mai soll der Gewerke Baum der Kreishandwerkerschaft Schweinfurt am Schillerplatz eingeweiht werden. Wenn alle mitspielen beginnen wir mit einem ökumenischen Gottesdienst. Die Obermeister haben sich bereit erklärt mit ihren Innungen ein aktives Handwerkertreiben zu gestalten. Und wer sich von Ihnen noch miteinbringen möchte, darf sich gerne bei uns melden.
Und jetzt lassen sie mich im begonnenen Lutherjahr mit einem Zitat von Martin Luther enden:
Was kommt, im neuen Jahr, kannst nit durchschauen, musst hoffen und auf Gott vertrauen

Gott segne das ehrbare Handwerk!